David Goliath

Deutscher Schriftsteller

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Poesie


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28.10.2020

Pharisäer

Wenn sich der Nebel verzieht
und die Karten offen auf dem Tisch liegen
wird dir klar auf welcher Seite du stehst
und wie du deine Fahne in den Wind drehst.

»Ja« sagen, nicken, auf Leerlauf schalten.
Hirn aus, Zunge raus, Fresse halten.
Stell dich hinten an, du bist als Nächster dran!
Fang an zu lecken, kannst du deine Raffsucht schmecken?
Scheiße fällt nach unten, mach die Arme breit!
Marschbefehl zum Kriechen, denn der nächste Arsch ist kampfbereit.
Nimm die Schultern des Versagers, der vor dir vegetiert!
Ausgemergelt, ausgemustert, ausgebeutet, denunziert.

Du nennst dich König und verschüttest den Wein,
während das Wasser fehlt und am Ende stirbst du ganz allein.

Pharisäer!
Weder Schatten noch Spiegelbild.
Deine Bigotterie stinkt zum Himmelszelt.
Sterben kannst du ganz allein mit einer Kugel,
doch zum Leben brauchst du Rückgrat und Rudel.
Trällerst belanglose Phrasen.
Die längste unter allen Nasen.
Mit maßloser Doppelzüngigkeit
kaschierst du deine Unzulänglichkeit,
Pharisäer!

Eine Armee von manipulierten Primaten.
Hunderte Legionen von korrumpierten Kastraten.
Die Welt ist verpestet von Kopien deiner Falschheit.
Geil auf Konsum und bis zum Bersten gefüllt mit Neid.
Fixiert auf Eigentum; programmiert auf Brot und Spiele.
Man kann nicht jeden schelten, es sind zu viele.
Teilen im Geiste, doch tatsächlich bleibt nichts übrig.
Ein selbstgerechter Freund krankt an der Hybris.

Das Messer hinterm Rücken.
Das Gift portioniert.
Dein falsches Lächeln
wirkt sehr blasiert.

Ja, warum hilft denn keiner?
Du kannst gerade nicht …
Schmutzige Hände sind nicht Teil deiner gesellschaftlichen Pflicht,
Pharisäer!



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