David Goliath

Deutscher Schriftsteller

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Poesie


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28.10.2020

Duell

Auge um Auge. Zahn um Zahn.
Krümm den Finger! Spann den Hahn!

Wenn das Pulver für die Kugel glimmt.
Wenn die Pistole dich ins Visier nimmt.
Wenn das Hütchen den Funken schickt.
Wenn man den Feind zum Schluss erblickt.

Ich erlöse dich von deinem Hass.
Ich zeig es dir, ich mach dich nass.
Ich bin der Endgegner, der existiert.
Verliere ich, wirst auch du exekutiert.
Denn wenn ich sterbe, reiß ich dich mit in den Tod.
In meinen letzten Sekunden schlage ich dich tot.
Mein letzter Atemzug gilt dir und deiner Borniertheit.
Deine Vernichtung ist Sühne durch mich als deine Göttlichkeit.

Ich bin bereit zu töten. Bist du es auch?
Ich bin bereit zu sterben. Bist du es auch?

20 Schritte trennen dich von der Justiz.
Gehe direkt ins Grab, gehe nicht übers Hospiz!
Ein Duell von Ebenbürtigen, Mann gegen Mann.
Mein Projektil ist dein Untergang.
Keine unbeteiligten Unbewaffneten,
reduziert auf den Urknall, ein Duett von Duellanten.
Nirgends ein Stadtviertel bedroht durch deinen Sprengstoffgürtel,
nur wir zwei – ein Apfel und Ei.

Niemand lehrte dich Ehrfurcht und Demut.
Deine Frömmigkeit ist Heuchelei bis zum Abendrot,
versteckt hinter falscher Auslegung deines Glaubens,
hinter Mauern, Büchern und Gelehrten, die verstauben.
Du benutzt deinen Propheten,
um zu morden und zu töten.
Du missbrauchst deine Schriften,
um zu plündern und zu vergiften.
Von Fundamentalisten zum Märtyrer erhoben.
Mit dem Tod als Tugend die Jugend angelogen.
Ein feiger Schwächling, der die Schwachen malträtiert.
Ein dummer Hänfling, der die Dummen fasziniert.

Die Toten können uns nicht hören.
Die Toten können uns nicht sehen.
Die Toten können nicht sprechen.
Die Toten werden nicht auferstehen.



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