David Goliath

Deutscher Schriftsteller

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Poesie


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28.10.2020

Rubikon

Alle Wege führen nach Rom,
doch nur einer über diesen Strom, den Rubikon,
Grenze zwischen Zucht, Prüderie,
Chaos und Anarchie.
Einmal passiert gibt es kein Zurück.
Die nächsten Schritte bringen Elend und Unglück.
Rom sehen und sterben,
bis sich alle Ströme blutrot färben.

Kennst du den Rubikon?
Ich kenne eine Überkürzung.
Eine Brücke,
recht stabil und im ganzen Stücke.
Meine Überquerung war äußerst bequem.
Jetzt stehe ich hier, an deinem Abwassersystem.
Meine Truppen zertrampeln dein perfides Ufer.
Muschkoten, Haubitzen und Unpaarhufer.

Notdurft und Mauerbrocken
legen das Flussbett trocken.
Es gibt kein Entrinnen.
Autokratie darf niemals die Oberhand gewinnen.
Im seichten Gewässer ist es leicht zu gehen.
Trotz trübem Wasser kann man stets den Boden sehen.
Starke Strömung wird das Ufer erodieren,
selbst geübte Schwimmer müssen hilflos parieren.

Dein letztes Gebet verpufft im Artilleriegetöse.
Mit Pisse in der Hose gibst du dir erneut die Blöße.
Verkriechst dich feige in den reich verzierten Katakomben,
deine Gefolgschaft verreckt derweil im Hagel aus Bomben.
Von Angesicht zu Angesicht ist dir gar fremd,
bist zu fett und ungelenk für ein Kettenhemd.
Lieber schickst du Kinder an die letale Front.
Schutt und Asche türmen sich und reichen bis zum Horizont.

Merk dir den Augenblick!
Es gibt kein Zurück!



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