David Goliath

Deutscher Schriftsteller

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Poesie


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28.10.2020

Ticktack

Meine Uhr tickt.
Ich kann sie hören.
Sie macht mich zum Relikt,
will mich zerstören.

Meine Uhr tickt.
Ich kann sie spüren.
Ein innerer Konflikt
will mich in die Irre führen.

Ich schaue in den Spiegel und sehe Verfall.
Vom Verlust gezeichnet, tiefe Furchen überall.
Ich verliere ihre Fährte; die Zeit rennt mir davon.
Meine Beine sind nutzlos, weder Sprint noch Marathon.

Schleife im Kopf.
Knoten im Geist.
Ticktack.
Die Hintertür ist zugeschweißt.

Gewissheit bohrt sich von der Stirn ins Hirn.
Gebrechlichkeit nistet sich ein im Gebein.
Mitten im Leben eine Krise
Durchhalteparolen als Devise
Der Schatten krümmt sich.
Wohlstand macht verschwenderisch.
Arm oder reich,
vor der Uhr sind alle gleich.

Wir zählen die Tage, die vor uns liegen
bis zu einem Ereignis, das uns erfreut.
Doch dann beginnt die Zeit zu fliegen
und die Vergangenheit bestiehlt uns erneut,
raubt sich die Gefühle und Erinnerungsfragmente.
Die Mühle zermalmt die besonderen Momente.
Reißt sie an sich, unaufhaltsam, umtriebig, renitent.
Und die Sehnsucht weicht der Schwermut evident.

Der Zeiger zeigt, was übrig bleibt.
Ticktack.



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